„Geschlechterbarrieren abbauen“

Die Colatriano Group unterstützt die Initiative GIRLS WANTED – und setzt damit ein klares Zeichen für Chancengleichheit, neue Perspektiven und eine Unternehmenskultur, die Talent über Geschlecht stellt. Im Gespräch erklärt Tania Colatriano, warum Inklusion alles andere als ein Imageprojekt ist.

Was hat Ihr Unternehmen dazu bewogen, das Projekt GIRLS WANTED zu unterstützen?
Die Hebe- und Baumaschinenbranche erlebt derzeit einen tiefgreifenden technologischen Wandel, ist jedoch weiterhin an überholte soziale Modelle gebunden. Als Unternehmen haben wir uns entschieden, das Projekt zu unterstützen, weil wir davon überzeugt sind, dass sich ein Unternehmen wie unseres nicht nur durch die Anschaffung von technologisch modernen Kränen weiterentwickelt, sondern vor allem durch die Weiterentwicklung des Humankapitals. Wir können nicht länger ignorieren, dass ein großer Teil potenzieller Talente allein aufgrund kultureller Prägungen an den Rand gedrängt wird. Dieses Projekt zu unterstützen bedeutet für uns, uns als Vorreiter eines bereits im Gange befindlichen Wandels zu positionieren. Wir sind überzeugt, dass die Bauwirtschaft neue Energien und unterschiedliche Perspektiven braucht, um sich weiterzuentwickeln.

Was bedeutet für Sie persönlich und für Ihr Unternehmen das Motto „Talent over Gender“?
Es stellt eine Herausforderung dar, um gegen Stillstand anzugehen, ist zugleich aber auch ein ethisches und professionelles Gebot. In einem technischen Umfeld wie dem unseren zählen Präzision, Problemlösungskompetenz und Zuverlässigkeit – Eigenschaften, die kein Geschlecht haben.
Persönlich betrachte ich dieses Motto als meinen „Leistungs-Kompass“: Es bedeutet, dass unsere Auswahl- und internen Entwicklungsprozesse geschlechtsblind und kompetenzorientiert sind. Wir möchten, dass sich jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter ausschließlich nach dem eingebrachten Mehrwert bewertet fühlt. Wenn wir Geschlechterbarrieren abbauen, setzen wir Energien frei, die zuvor durch oft unsichtbare Vorurteile blockiert waren.

Wie wichtig ist es Ihrer Meinung nach, Mädchen und jungen Frauen neue berufliche Perspektiven aufzuzeigen?
Es handelt sich um eine wichtige Orientierungsarbeit, die bereits in der Schule beginnen muss, wo Mädchen noch immer von MINT-Fächern und technischen Laufbahnen ferngehalten werden. Wenn junge Frauen heute die Vermietung von Kranen und Baumaschinen nicht als Option sehen, dann liegt das schlicht daran, dass ihnen dieser Weg nie aufgezeigt wurde. Diese Perspektiven sichtbar zu machen bedeutet, das Bild einer „schmutzigen und körperlich schweren“ Branche aufzubrechen und die Realität zu zeigen: ein Sektor, der von Technologie, Daten und Strategie lebt, allesamt Bereiche, in denen junge Frauen hervorragend sein können.

Sie haben den GIRLS-WANTED-Container für ein Projekt genutzt: Warum?
Ich habe die Wahl des Containers sehr geschätzt – als Sinnbild der Logistik und der Baustelle und als physischen Träger des Wandels. Ihn bei unserer Veranstaltung zu zeigen und in ein Projekt zur Sensibilisierung zu verwandeln, ist aus meiner Sicht eine symbolische, aber sehr kraftvolle Geste. Ich wollte, dass die Botschaft nicht auf dem Papier bleibt, sondern sichtbar wird und Raum einnimmt. Das ist unsere Art zu sagen: Inklusion ist eine offene Baustelle, und wir sind die Ersten, die das nötige Equipment dafür bereitstellen.

Welche Rolle spielte der Container für die Colatriano Group als Ort des Dialogs, der Begegnung und der Sensibilisierung?
Der Container wirkt als Katalysator: Allein seine Präsenz zwingt die Menschen zum Innehalten und Nachdenken. Er ist ein Raum des Kennenlernens unserer Branche und ebenso ein Ort des Dialogs, an dem sich Manager*innen, Kund*innen und Partner*innen austauschen und ihre Erfahrungen teilen können – eine Brücke zwischen Unternehmen und Außenwelt. Für uns ist er ein sichtbares Zeichen unserer Unternehmenskultur und zeigt, dass der Verkauf, die Vermietung und der Service von Baumaschinen offen und innovativ sein können.

Wie waren die Reaktionen auf den Container und das Projekt insgesamt?
Viele Kund*innen und Partner*innen haben die Initiative als Zeichen großer unternehmerischer Reife wahrgenommen. Die Leuchtschrift wirkte wie ein Weckruf: Sie hat Fragen ausgelöst und vor allem den Frauen, die bereits bei uns arbeiten, Stolz vermittelt – sie fühlten sich als Teil einer gemeinsamen Erzählung.

Was hat Sie an der Präsentation von Daniela Niederstätter besonders beeindruckt und welche Botschaft ist Ihnen im Gedächtnis geblieben?
Beeindruckt hat mich ihre kompromisslose Sichtweise. Daniela sprach nicht über Theorie, sondern über gelebte Unternehmensrealität. Als Vertreterin der zweiten Generation eines Unternehmens, das diese Werte schon früh verkörperte – gegründet vor 50 Jahren von einer Frau –, machte sie deutlich, wie viel noch zu tun ist, um jahrzehntelang verfestigte Gewohnheiten aufzubrechen. Ihre klare Aussage „Der Fisch stinkt vom Kopf her“ ist mir besonders im Gedächtnis geblieben: Wenn wir CEOs nicht die Ersten sind, die an eine Kultur der Inklusion glauben und sie aktiv einfordern, wird Veränderung immer oberflächlich bleiben. Ihr Engagement ist ein Akt unternehmerischen Mutes, den ich mir sofort zu eigen gemacht habe.

Welche Rolle können Unternehmen Ihrer Meinung nach bei der Förderung von Chancengleichheit spielen?
Wir können als Unternehmen nicht darauf warten, dass sich die Gesellschaft von selbst verändert – wir müssen durch unsere Auswahlprozesse, unsere Vergütungspolitik und unsere interne Kultur selbst für Chancengleichheit sorgen. In unserem Unternehmen bedeutet Diversität zu fördern, sicherzustellen, dass die Führung bereit ist, jede Idee wertzuschätzen – unabhängig davon, aus welchem Kopf sie stammt.

Plant die Colatriano Group, auch künftig weitere soziale oder bildungsbezogene Initiativen zu unterstützen?

Absolut ja. Mein Engagement für GIRLS WANTED wird kein einmaliges Ereignis sein, sondern ist der Beginn eines Weges. Als Unternehmen werden wir weiterhin in Projekte investieren, die Bildung und Arbeitswelt miteinander verbinden. Wir möchten, dass die Colatriano Group nicht nur für die Exzellenz ihrer Maschinen bekannt ist, sondern auch für ihren Beitrag zur Entwicklung der Branche und der Region durch die Förderung neuer Generationen und von Talenten.

Warum lohnt es sich Ihrer Meinung nach, Projekte wie GIRLS WANTED aktiv zu unterstützen?
Ein diverses Team ist widerstandsfähiger, kreativer und besser in der Lage, auf die Herausforderungen eines globalen Marktes zu reagieren. Es ist eine weitsichtige Entscheidung für alle, die heute unternehmerisch handeln wollen. Aus demselben Geist heraus haben wir gemeinsam mit Daniela und anderen Kolleginnen aus dem Vorstand von Assodimi das Projekt auch innerhalb des Verbandes aufgegriffen und „Girls Wanted in Rental“ ins Leben gerufen. Auch hier treibt uns die Überzeugung an, dass nur Wissen uns helfen kann, Vorurteile und Stereotype zu überwinden. Wir werden einen Weg einschlagen, der alle Mitgliedsunternehmen einbindet.

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